Wir trauern um unseren langjährigen Küster
Michael Flesch
Tief betroffen müssen wir Abschied nehmen von unserem langjährigen Küster Michael Flesch. Nach kurzer Krankheit verstarb er am 23.09.2026 völlig unerwartet nur wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag.
In Sachsen geboren, nach der Flucht aus der DDR und nach bewegten Berufsjahren als Großküchenkoch, Konditor, Bäcker und Informatiker, fand Michael Flesch im ehrenamtlichen Küsterdienst schließlich seine Berufung. Mehr als 15 Jahre lang kümmerte er sich zuverlässig und gewissenhaft um die Gottesdienste in unserer Heilig Kreuz Kirche. Vorausschauend und umsichtig sorgte er dafür, dass nichts fehlte, und blieb dabei stets still im Hintergrund. Brauchte er Unterstützung, sah er sich unter den Gottesdienstbesuchern um und gewann den ein oder anderen mit einem verschmitzten Lächeln bei der Kollekte zu helfen oder die Lesung, bzw. die Fürbitten zu übernehmen. So werden ihn viele in Erinnerung behalten.
Die Messdiener lagen ihm besonders am Herzen. Den Jüngeren half er geschickt und unauffällig, Fehler zu vermeiden und sich in den Dienst einzuüben. Über die Älteren freute er sich, konnte er ihnen doch anspruchsvollere Aufgaben anvertrauen. Als er an seinem letzten Wochenende seinen Dienst bereits nicht mehr ausüben konnte, bedauerte er es zutiefst, bei der Einführung der neuen Messdiener nicht dabei gewesen zu sein.
Michael Flesch war nicht nur für die Gemeinde, sondern insbesondere für Pfarrer Hahner eine verlässliche Hilfe und Stütze und wurde ihm zu einem treuen Freund und Hundesitter. Täglich war er mit den Hunden unterwegs und machte mit ihnen lange Spaziergänge. Vor allem im Ried lernten ihn dadurch viele - nicht nur Hundebesitzer - kennen, denn er kam leicht mit Menschen ins Gespräch, sprach offen und bereitwillig über Gott und die Welt, hörte aufmerksam zu und versuchte, bei Sorgen und Nöten mit guten Ratschlägen zu helfen.
Der Glaube und die Beschäftigung mit ihm hatten für Michael Flesch in seinem Leben einen hohen Stellenwert. Zugleich wollte er andere auf ihrem Glaubensweg begleiten und die christliche Botschaft weitergeben. Dafür betrieb er eine Homepage und einen religiösen Kanal. Stolz erzählte er von den vielen Followern, die er auf diese Weise bei ihrer Glaubensfindung unterstützen konnte. In diesem Bemühen um andere entwickelte sich auch sein eigener Glauben. Wir erlebten ihn in den letzten Jahren als offen und tolerant den Menschen gegenüber und zugleich erfüllt von einem unerschütterlichen Gottvertrauen.
Geprägt wurde sein Glauben sicher auch durch eine Gemeindefahrt nach Israel, auf der er seine Liebe zum Heiligen Land und vor allem zu Jerusalem und der dortigen Grabes- bzw. Auferstehungskirche entdeckte. Mehrmals kehrte er in die Stadt und zu ihren heiligen Stätten zurück und erzählte anschließend begeistert davon. Für November war eine weitere Reise nach Israel geplant, von der er schon annahm, dass es seine letzte sein könnte. Nun hat er die Reise ins himmlische Jerusalem angetreten oder ist bereits längst dort angekommen und darf teilhaben an der Auferstehung Christi.
Trost schenkt uns der Gedanke, dass er durch seine kurze Krankheit bis zuletzt selbständig und selbstbestimmt sein konnte, niemandem zur Last fiel, denn das wäre ihm sehr schwergefallen.
Im Requiem, dem Seelenamt, werden wir seiner im Gebet gedenken und ihn Gott anvertrauen. Wir sollten es Auferstehungsgottesdienst nennen, denn daran glaubte Michael Flesch felsenfest.
Die Termine für Requiem und Beerdigung werden zeitnah bekannt gegeben.
Im Oktober 2026
Pfarrer Uwe Hahner und alle im Kirchort Heilig Kreuz