Ökumenische Gemeindefahrt in Kassel

Ökumenische Gemeindefahrt in Kassel

Ökumenische Gemeindefahrt in Kassel

# Neues aus Bergen-Enkheim

Ökumenische Gemeindefahrt in Kassel

Ökumenische Gemeindefahrt: Auf den Spuren der hessischen Landgrafen und Kurfürsten in Kassel

Nicht viele Adelshäuser in Deutschland können ihren Ursprung auf eine echte Heilige zurückführen. Das Haus Hessen jedoch beruft sich auf Landgräfin Elisabeth von Thüringen als Stammmutter. Kurz nach ihrem frühen Tod wurde sie 1235 heiliggesprochen und stellt neben Bonifatius die Patronin des Bistums Fulda dar. Ganz im Zeichen der Heiligen Elisabeth führte die diesjährige ökumenische Gemeindefahrt Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie der Mosaikkirche aus Bergen-Enkheim nach Kassel-Wilhelmshöhe.

Mit großer Sorgfalt und einem feinen Blick für Details hatte der Hobby-Historiker und Organist Harald Ketzer zum wiederholten Male ein ebenso durchdachtes wie abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. „Elisabeth – soror in saeculo“ betitelte Pfarrerin Kathrin Fuchs ihr Grußwort an die Reisenden: Elisabeth – Schwester in der Welt. Sie wies darauf hin, dass für Elisabeth ein Leben in der Welt keinen Widerspruch zu einem frommen Leben darstellte. Sondern dass auch in einer Welt abseits des Klosters die Nachfolge Christi verwirklicht werden kann.

Völlig andere Vorstellungen von Herrschaft hatten ihr Nachfahren. Wie bei Landgraf Wilhelm IX, dem späteren Kurfürst Wilhelm I, und seiner Umgestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe mit dem gewaltigen Herkules-Monument und den gartenkünstlerischen Wasserspielen deutlich wird. Ursprünglich hatte sein Urgroßvater, Landgraf Carl, die Anlage streng barock konzipiert, um seine Herrschaft über die Natur zu demonstrieren. Wilhelm ergänzte sie nun um romantische Inszenierungen der nassen Urgewalt, die sich die von Menschenhand erschaffene Anlage „zurückholt“.

Die erste Station bildete für die Ausflügler das Besucherzentrum „Herkules“ im Bergpark, wo sie in zwei Gruppen die barocken Kaskaden von oben betrachten konnten – wie immer mit einer Vorstellungsrunde und dem gemeinsamen Singen eines Mai-Liedes. Ein zweites Mai-Lied stimmte die Schar beim zünftigen Mittagessen im Gutshof an. Anschließend ging es mit Shuttle-Bussen zum Neptunbecken, von wo aus um Punkt 14.30 Uhr der Beginn des Wasserspielspektakels gut zu beobachten war. In eineinhalb Stunden Fußmarsch folgte die Gruppe den einzelnen Höhepunkten der Inszenierung bis zur großen Fontäne am Schloss Wilhelmshöhe.

Während sich bald das Wasser von oben in Form eines heftigen Gewitters entlud, begaben sich die Bergen-Enkheimer in die Schlosskapelle zur Andacht. Diese gestaltete Veronika Brier wieder ganz im Sinne Elisabeths und ihrer Hingabe für die Kranken, Armen und Benachteiligten in der Gesellschaft. Mit passenden Stücken gab Ketzer dazu Kostproben seines beliebten Orgelspiels. Ein Spaziergang am Ballhaus vorbei zu Kaffee und Kuchen im geschichtsträchtigen Schlosshotel Wilhelmshöhe bildete den Abschluss der Ausfahrt. Auf der Rückfahrt äußerte Ketzer erste Ideen zur ökumenischen Ausfahrt im kommenden Jahr. Seine vom Tag erfüllten und dankbaren Mitreisenden freuen sich bereits jetzt darauf.

Brigitte Looß - 15.06.2026





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